"Ein Warteraum"

 


Die Handlung:

Ein Warteraum im "Jenseits" - im "Fegefeuer". Jede(r) Bewohner(in) durft beim Abscheiden einen irdischen Gegenstand mitnehmen.
Der erste Dialog "der Lehrerin" ist kauderwelsch.

Der Junge stimmt seine Gitarre. Die Lehrerin meint, er sei zu laut.
Der Junge wird vom Wächter bestraft.

"Frau Lehrerin" hat das Gefühl, dass in einer Stunde über sie gerichtet wird.
"Der Junge" erinnert sie an das, was man ihnen vor dem Betreten des Warteraumes gesagt hat: Das endgültige Urteil Gottes - Paradies oder Hölle - würde über die Bewohner eines Warteraumes dann fallen, nachdem die fünfte Person ankommen ist.
Die Leherin hat eine Art Vorahnung, dass bald die dritte Person auftauchen würde, dann die vierte und kurz danach die fünfte.

Als "Der Mann" ankommt, heisst "Frau Lehrerin" ihn - "die dritte Person " - willkommen.
Der Mann zählt nach und stellt fest, dass vier Personen im Raum sind. "Frau Lehrerin" erklärt ihm, dass der Mann mit der Pistole, "Herr Wächter", kein normaler Mensch sei, sondern ein Auserwählter.
"Herr Wächter" beauftragt die "Frau Lehrerin", dem Neuankömmlingen die "Hausordnung" zu erklären. Die Lehrerin:
"1.- Alle Befehle vom Herrn Wächter werden ohne wenn und aber
ausgeführt!
2. - Die Strafe für Ungehorsam ist Hölle!
3. - In den ersten hundert Jahren darf ein Neuankömmlinge ohne die
Erlaubnis des Herrn Wächters nicht sprechen. Wer das nicht befolgt,
wird bestraft."
Der Junge: "Die Strafe dafür ist nicht der Rede Wert!"
Die Lehrerin:
"4. - Das Betreten der verbotenen Zone ist strengstens untersagt..."

Die Lehrerin zeigt dem Mann die verbotene Zone, die nur deR Wächter betreten darf.

Der Mann, ein Meteorloge, möchte dass sie sich einander vorstellen. Der Wächter lässt das nicht zu. Die "Frau Lehrerin" greift vermittelnd ein und erzählt über die Kraft und Güte des "Herrn Wächters" - sie schmeichelt ihm.

Der Junge langweilt sich. Er beschwert sich über das "Leben" im Warteraum, und weigert sich, die Befehle des Wächters ohne wenn und aber auszuführen. Die Lehrerin und der Mann versuchen ihm klarzumachen, wie leicht und vorteilhaft das "Jasagen" sei. Doch der Junge ist nicht weichzukriegen. Also wird er bestraft.

"Das Mädchen" - "vierte Person" - wird von dem Mann und dem Jungen freudig empfangen. Es ist eine ehemalige Schülerin von "Frau Lehrerin". Die Lehrerin mag sie nicht, weil sie im "irdischen Leben" eine schwierige Person gewesen ist, die auf niemanden gehört hat.
Der Junge spricht mit dem Mädchen in einer Sprache, die die erwachsenen "Mitbewohner" nicht verstehen. Dafür wird er bestraft.

"Das Mädchen" bringt einerseits neues "Leben" in den Raum, anderseits lockt sie auch "obdachlose Geister" dorthin.
Der erste Geist okkupiert die Seele der Frau Lehrerin; ein böser Geist, der junge Menschen hasst.
Die nächsten Geister sind liebesdurstige. Doch ihren "Durst" dürfen sie nicht stillen.
Diese Geister, so steht es in dem Buch von Frau Lehrerin, kann man nur durch Weihwasser vertreiben. Erst jetzt wird die Funktion des tropfenden Rohres den Warteraumbewohnern bewusst - bisher wussten sie, dass das aus dem Rohr tropfende Wasser elektrisiert.

Der Wächter bekommt vom "heiteren Himmel" drei Botschaften:
"1. Wenn ein obdachloser Geist eine(n) von euch befällt, bedeutet das, dass
über diese Person gerichtet worden ist. Kommt der Geist aus dem
Paradies, geht die befallene Person ins Paradies, kommt der Geist aber
aus der Hölle, so ist die befallene Person zur Hölle verurteilt.
2. Der Geist von vorher war für eine(n) andere(n) von euch bestimmt und
hat Frau Lehrerin aus Versehen befallen. Er kam aus der Hölle, das
heisst also, dasseine(r) von euch sehr bald in die Hölle geht. Wer diese
Person ist, wurde mir nicht mitgeteilt. Ich habe aber um Gnade gebeten
für diese Person, und mein Gnadengesuch wurde angenommen, unter der
Voraussetzung, dass diese Person sich demnächst artig verhält und meine
Anweisungen haargenau befolgt. Rührt euch!"


Der Mann fragt nach der "dritten Botschaft". Der Wächter wird verlegen und teilt ihnen mit, dass er ihnen die dritte Botschaft später mitteilen werde, wenn die Zeit dazu reif sei.
Die Lehrerin freut sich. Die anderen sind traurig, weil angeblich eine(r) von ihnen zur Hölle verurteilt ist. Diese Botschaft löst in ihnen eine merkwürdige Reaktion aus:
Musik und Tanz!
Das Mädchen schreit und der Wächter wacht auf. Der Mann behauptet, das Mädchen sei gestört und müsse therapiert werden. Er gibt an, sich in der Psychologie auszukennen. Mit Erlaubnis des Wächters "therapiert" er das Mädchen, und bringt es dazu, über seinen Selbstmord zu berichten:
Kurz bevor sie (das Mädchen) am 21. April aus dem Dach des Gebäudes vom Gesundheitsministeriums gesprungen ist, hat sie die Sonne und den Himmel anders erlebt.
Die Lehrerin, am 21. April geboren, findet Tod durch Vergiftung angenehmer.
Auch der Junge will über seine Todesursache erzählen, aber der Wächter meint, "alle" würden seine Geschichte kennen: der Junge sei auf hohe See gegangen, um Wale zu fangen, mit einer einfachen Angel, ohne schwimmen zu können.
Sie machen sich lustig über den Jungen. Mit dem Satz, "die Haie haben den Jungen gefressen und ausgeschissen" erzeugt der Wächter eine beklemmende Atmosphäre. Die anderen schauen ihn vorwurfsvoll und verachtend an.
Um die Atmosphäre zu lockern, sagt der Mann freudig: "Ich glaube, heute ist der 21. April!" Die Lehrerin sagt, dann sei es ihr Geburtstag. Der Mann möchte ihr gratulieren, aber der Wächter hindert ihn daran. Er wird wütend, und um sich abzureagieren, onaniert er. Der Wächter erwischt ihn dabei und bestraft ihn dafür. Dann nimmt er das Fernglas des Mannes und schaut um sich. Er entdeckt seinen eigenen Sohn, der über seinem Grab steht. Der Sohn uriniert auf das Grab.

Der Wächter bekommt einen fürchterlichen Schluckauf, bei dem er beinahe erstickt. Vom unerträglichen Schluckauf befreit, kommt er zu einer neuen Erkenntnis: "Alles" sei sinnlos und vergänglich.
Also beschliesst er, zu seinen "Schützlingen" nett zu sein. Dafür verlangt er von ihnen, ihm zu vertrauen und ihn zu lieben.
Er möchte wissen, ob sie die Nachteile der Hölle und die Vorteile des Paradieses kennen? Die Lehrerin und der Junge beschreiben die Hölle: "dort regnet es Steine und flüssiges Metall - bis zum Hals steckt man in Kot und Schlamm - es gibt Peitschenhieben..."
Das Mädchen fragt nach den Vorteilen des Paradieses. Der Wächter zählt auf:
"Es gibt viele Bäume und Bäche - Meere aus Honig und Milch - es gibt Pfirsiche und tolle Engel..."
Er meint, im Paradies würden all ihrer Wünsche in Erfüllung gehen, und fragt sie einzeln, was ihr größter Wunsch sei. Ihre (erotischen) Wünsche ärgern den Wächter.

Als der Wächter schläft, erklärt die Lehrerin dem Mann ihre Liebe.
Der Wächter wacht auf, erinnert sie an die Qualen der Hölle und tadelt sie.

Als "der Hahn" auftaucht und den Wächter erniedrigt, zweifeln die anderen an die "absolute Macht" des Wächters.

Der Wächter meint, die Zeit für die Verkündung der dritten Botschaft sei nun reif:
" Die dritte Botschaft ist folgende: über euch wurde gerichtet. Ihr seid zur Hölle verurteilt worden!"
Der Mann: "Bevor die fünfte Person gekommen ist, hat man über uns gerichtet?"
Alle wundern sich und blicken misstrauisch zum Wächter. Dieser gerät mehr in Verlegenheit.

"Die Seelen" einiger Affen laufen am Warteraum vorbei. Dadurch geht dem Mann eine Idee durch den Kopf: er immitiert einen Affen. Die anderen werden auch zu Affen.
Und als sie ihre Liebe zueinander offen zeigen, wird "das Urteil Gottes" über alle Raumbewohner verkündet: (eine Frauenstimme)
"Die Nummern ..., ..., ..., ..., ihr werdet zum irdischen Leben zurückkehren!"

Der Wächter: "Und ich?"
Die Stimme: "Sie werden bei uns bleiben, wir haben sehr wenig gute Wächter!"
Der Wächter: "Das ist ein Missverständnis, ich bin ja kein echter Wächter ... ich wollte nur diesen Armseligen den rechten Weg zeigen!"
Die Stimme: "Sie haben die Rolle des Wächters gut gespielt. Wir brauchen Sie für die nächsten Vorstellungen!"



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