„Der 6. Sinn, der Sinn der Bewegung, ist für mich
in der Theaterarbeit das Wichtigste.“
Farhad Payar
Farhad Payar, in Iran geboren und aufgewachsen, emigrierte 1980 in die Bundesrepublik. Er arbeitete als Taxifahrer, LKW-Fahrer und Jugendbetreuer, bis er dann 1990 das Studium der Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin erfolgreich abschloss. Er verfasste seit 1988 mehrere Theaterstücke und Erzählungen in deutscher und persischer Sprache. Für seine Erzählung „Die letzte Passage“ erhielt er den „Literaturpreis des Kunstamts Neukölln“ (1995). Farhad Payar ist nicht nur als Journalist, Autor und Regisseur, sondern seit 1995 auch als Schauspieler tätig. Er führte in sieben seiner Theaterstücke Regie und spielte in fünf seiner Arbeiten selbst: „Der Besserwisser“ (1995), „Der General“ (1997), „Ein Warteraum“ (1999), „Perser, Peep, Paris“ (2004) und „Jack & Harun“ (2006) wurden in deutschen und anderen europäischen Großstädten aufgeführt. Payar hat viel mit KünstlerInnen aus unterschiedlichen Kulturkreisen gearbeitet - zuletzt mit Shirin Neshat und Helena Waldmann. In Payars Arbeiten steht immer der Rhythmus im Mittelpunkt: der Rhythmus der Bewegung, der Sprache und des Spiels zwischen Licht und Schatten. In den letzten vier Jahren trat die Arbeit als Schauspieler für ihn mehr und mehr in den Mittelpunkt; insbesondere mit den Filmen „Unsere Mutter“ (2005) und „Women without Men“ (2008) sowie mit dem Ein-Personen-Stück „Herrn K’s letzte Notizen“ - frei nach „ Das letzte Band“ von Samuel Beckett. Der Film "Women without men" hat 2009 auf dem Filmfestival in Venedig den silbernen Löwen gewonnen.
© Farhad Payar 2009